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[Rezension] Goldtod

 


Inhalt: 

Berlin, 1889: Die Reichshauptstadt hält den Atem an! Wie ein großes, blutiges X hängt ein prominenter Bankier im Schlosspark von Charlottenburg. Doch der Duzfreund des Reichskanzlers bleibt nicht allein. Ein weiteres Opfer aus einflussreichen Kreisen folgt sogleich. Alles deutet auf eine Tat antikapitalistischer Gruppen hin, und unter den erfolgsverwöhnten Goldjungs der Stadt geht die Angst um. Aber Privatermittler Gabriel Landow lässt sich kein X für ein U vormachen. Gemeinsam mit seinem trickreichen Kompagnon Orsini ist er der Polizei einen entscheidenden Schritt voraus. Eine zweite Spur führt die beiden eigenwilligen Detektive in eine ganz neue Richtung und zugleich in tödliche Gefahr: Ein exklusiver Zirkel lässt sich im Verborgenen gern beflügeln. Von antiker Lyrik und den Apfelbäckchen goldiger, nackter Engelchen. Lebender Engelchen.
So oder so: Am Ende goldener Zeiten wartet immer der Tod. Und wer Gold sät, wird Tod ernten.

 Trigger: 

 

[Rezension] Die Pattiserie am Münsterplatz - Zeitenwende


 Inhalt: 

Die köstlichsten Genüsse des Elsass kennenlernen – darauf hofft die 19-jährige Ida, als ihre Familie 1893 von Stuttgart ins vormals französische Straßburg umsiedelt. Am Münsterplatz eröffnen die Tritschlers eine Feinbäckerei, die ganz in der Nähe der konkurrierenden Patisserie Picard liegt. Als sich die junge Bäckerin ausgerechnet in deren Sohn Lucien Picard verliebt, muss sie feststellen, dass eine Fehde zwischen ihren Familien herrscht, die weit über das Geschäftliche hinausgeht.

 

Trigger:

 Meinung: 

 Diese Besprechung enthält große Teile des Inhalts. 

 Ich habe wirklich schon genug "Familiensagas" gelesen, um zu wissen was ich von dem Genre zu halten habe. Es ist meißt immer die gleiche Geschichte, die dem gleichen Muster folgt. Starke, emanzipierte Frau, die "ihren Weg geht" und die Sehsucht nach einer heilen kleinen Welt. Aber ich muss ehrlich zugeben, dass "die Pattiserie am Münsterplatz" ein neuer Tiefpunkt für mich ist. Das Genre ist langsam dort angekommen, wo man beim lesen einfach merkt, dass die Autoren eigentlich keine echte Geschichte haben, mehr die Idee einer Grundhandlung, und dann knapp vierhundert Seiten mit vollkommen beliebigen Ereignissen füllen. 

Kein Plot

Das größte Problem ist, dass dieses Buch keinen Plot hat. Ich dachte, es sollte um die Fehde zwischen zwei Patissierfamilien gehen. Also dass die Familien Intriegen spinnen, um die jeweils andere aus dem Geschäft zu drängen. Aber nein, weit gefehlt. Das ganze Buch ist eine Aneinanderreihung von beliebigen Szenen. Keine davon hat einen Aufbau oder ein Pay off. Kein Konflikt, bis auf die Fehde, wird länger als 20 Seiten bearbeitet. Kaum wird man mit einem Problem konfrontiert, folgt im nächsten Kapitel auch schon die Lösung. Es gibt einfach keine Spannung. In einem Kapitel wird eine Figur wegen Mordes verhaftet, keine zwei Seiten später, wird aber der wahre Mörder schon gestellt und im nächsten Kapitel ist man schon auf dem Weg zum nächsten Vorfall, der sich ereignet, um dann sofort wieder aufgelöst zu werden. Das ist keine Geschichte, das ist ein Witz. Ich kann so etwas beim besten Willen nicht länger Ernst nehmen. 

Das Buch hat so viele problematische Inhalte.

Der Rich Savior Trope. Das tolle Protagonistenpaar kümmert sich um ausgewählte "arme Menschen" denen sie "zu einem besseren Leben verhelfen". Es ist einfach unfassbar unangenehm zu lesen, wie ein Obdachloser mit Tränen in den Augen sagt "Aber Fräulein Ida, ich kann doch nicht das Stück Seife  nehmen, dass ist doch viel zu kostbar für mich". Das alles wird gemacht, um zu zeigen, was für "gute Menschen" die Protagonisten doch sind und dafür müssen sich Angestellte und "arme Menschen" regelmäßig vor Dankbarkeit winden. Sehr unangenehm. 

Es kommt bei genau 50% auch zu einem sexuellen Übergriff auf die Protagonistin, der im gesamten restlichen Plot keine Rolle mehr spielt und nicht mehr angesprochen wird. Meiner Meinung nach wurde da wieder ein Häckchen an etwas gesetzt, was "die Leserschaft erwartet" und auch das ist einfach nur übel, wenn man bedenkt, dass im echten Leben Menschen manchmal ein Leben lang unter einem solchen Übergriff leiden. Ich kann nur immer wieder fordern, diese Szenen bitte sein zu lassen. Es ist unnötig und verletztend. 

Das Buch hat auch eine unangenehme Kriegsapologetik. So als wäre der Deutsch-Französische Krieg etwas, über das die Leute in Strassburg endlich mal hinwegkommen sollen. Die Annexion von Elsaß-Lothringen ist ja auch überhaupt nicht schlimm, so die allgemeine Lesart des Buches. 

denn 

"Und wenn wir lieber unter Premierminister Dupuy leben wollen, können wir nach Paris oder sonst wohin in der französischen Republik ziehen. Immerhin sind wir frei"
bei 90%
 
Die Lösung ist also ganz einfach, du musst nur aus deiner Heimat wegziehen, wenn es dir nicht gefällt. Problem gelöst. Zwar wird im Buch von vielen Leute etwas über den Krieg erzählt, aber natürlich nicht zu dolle, weil man das heile Welt-Bild nicht zu sehr erschüttern mag. Ich hätte das ja noch nachvollziehen können, wenn das die Sicht der deutschen Familie Tritschler gewesen wäre, aber nein, auch Einheimische finden das alles ganz super, so wie es ist. Und wenn sie das nicht tun, dann sind sie gleich üble Revolutionäre oder Nationalisten. Okay. 

So reden wir noch über Kinder. 
In dem Buch gibt es ein Kind - Marcel - und im Laufe der Handlung kommt heraus, dass seine Eltern nicht seine Eltern sind. Aber das Buch findet auch hier sofort wieder eine Lösung, Kuschelonkel Lucien und Kuscheltante Ida (ja das Wort fällt im Buch) sollen den Kleinen einfach adoptieren. TADA! Problem gelöst. 
Ich muss das scheinbar  hier extra nochmal dazu sagen, aber "Kinder sind keine Gegenstände!" 
Das Buch hat aber für sich den Anspruch in allem total cozy zu sein, und natürlich braucht man da auch ein süßes kleines Kind dazu. Das Problem ist, dass der Text den kleinen Marcel in jeder möglichen Art misshandelt. Seine "Mutter" ist emotional kalt zu ihm, weil er ja "nicht wirklich ihr Kind"  ist. Sein Vater ist ein cholerischer Schläger, der dem Kind droht es aus dem Fenster zu werfen und ihn fortan nur noch "den Bastard" nennt. 
Genau wie bei den "armen Menschen" wird auch dieses Kind als Trittbrett benutzt, um zu zeigen, was für supertolle Menschen unsere beiden Protagonisten sind. Anstatt dass man sich also einen ordentlichen Plot, mit der 7 Punkte Struktur überlegt, wirft man lieber einen vierjährigen in den Fluss, um nochmal für drei Seiten ordentliches Drama zu haben und dann zum nächsten Drama-Hot-Spot zu hetzen. 

 Fazit:
 
 Bis jetzt waren "Familiensagas" zwar auch schon oft gespickt mit problematischen Inhalten und hatten wenig bis keinen Plot. Dieses Buch ist aber ein Beispiel dafür, dass wir den Punkt an Übersättigung des Genres erreicht haben, an dem sich niemand mehr auch nur ein bisschen Mühe gibt eine einigermaßen unterhaltsame und durchdachte Geschichte zu schreiben. 

Vielleicht wird es langsam an der Zeit, die Cashcow Familiensagas durch Romane mit Inhalt zu ersetzen. 

Danke an Netgalley für das digitale Leseexemplar

Bibliographische Angaben:

Die Pattiserie am Münsterplatz - Zeitenwende * Charlotte Jacobi * Piper * 376 *

 

 

 

 

[Rezension] das Geheimnis der Themse

 


Inhalt:

London 1894. Zwei Jahre nach der Hochzeit liegt ein Schatten über dem Glück von Charlotte und Tom Ashdown. Durch ihre Kinderlosigkeit steht vieles unausgesprochen zwischen ihnen. Ein spannendes Buchprojekt über die magischen Orte Londons bringt die beiden einander unverhofft wieder näher. Doch ohne es zu ahnen, geraten Charlotte und Tom nach einem Leichenfund an der Themse in tödliche Gefahr …

Trigger

Meinung

Es fällt mir nicht leicht diese Besprechung zu schreiben, denn ich mag Susanne Goga. Ich mag ihre Leo Berlin Reihe und auch die Tatsache, dass sie eine der wenigen deutschen Autor:innen ist, die Gothic schreibt. Und gerade deswegen schockiert es mich geradezu, dass dieses Buch nicht gut war. 

Der fehlende Plot
 
Beim Lesen des Klappentextes war mir sofort klar, dass ich dieses Buch lesen will. London, Okkultismus, magische Orte, das Buch war wie für mich gemacht. Aber schnell merkte ich, dass etwas nicht stimmt. 

Auf dem Klappentext wird ja schon angesprochen, dass Charlotte und Tom (die wir aus "der verbotene Fluss" kennen) unter ihrer Kinderlosigkeit leiden. Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass das Thema eine so prominente Rolle einnehmen würde. Es war, als jemand der vor Jahren auch in dieser Situation war, sehr unangenehm zu lesen. Schlimmer noch, es  nimmt so viel Raum ein, dass der eigentlich Plot, also Toms Buchprojekt, der Okkultismus und der Tod einer jungen Frau nie wirklich fahrt aufnehmen. 

Toms Buchprojekt, die magischen Orte Londons, die Verbindung zum alten Ägypten, all das hätte großartig sein können. Aber es war enttäuschend, weil Tom nur von A nach B läuft und relativ unspektakulär in Straßen herumsteht, feststellt, dass da wo er ist, keine Spuren mehr sind und dann wieder nach Hause geht. Was er im Endefekt in dieses Buch geschrieben hat, ist mir ein Rätsel, denn anstatt, dass man sich ein zwei interessante Fakten über das okkulte oder magische London herausnimmt und sich wirklich damit beschäftigt, werden hier und da oberflächliche Informationen in den Text geworfen. Und das ist schade. 

Charlotte auf der anderen Seite leidet extrem am "blinde Protagonistinnen Syndrom" es tut mir leid, dass ich es so formulieren muss, aber bis ganz zum Schluss sieht sie die offensichtlichen Zusammenhänge nicht. Ich war furchtbar frustriert beim Lesen, weil ich alles so glasklar war und Charlotte es trotzdem nicht sieht. Bis zum Ende stützt sich das Buch heftig auf Zufälle, die passieren und so den Protagonisten den nächsten Schritt zeigen. 

Das Ende des Buches lässt sich nur mit "Antiklimax" beschreiben. Ich war absolut fassungslos, und hab nochmal zurückgeblättert und die Szene erneut gelesen. 
Der ganze Schluss, alles was auf den letzten 50 Seiten passiert, macht für mich keinen Sinn. Und das ist glaube ich das schlimmste daran. Wäre der Schluss ein großes Finale gewesen, hätte ich dem Buch alles andere verziehen. Aber so sitze ich da und fühle nur eine große Leere, weil die Geschichte mir absolut nichts gegeben hat. 

Und das tut weh, weil Susanne Goga schon so viel bessere Geschichten erzählt hat. 
 
Die Sache mit den Kindern
 
Ich gehe hier noch einmal speziell auf etwas ein, was mich persönlich an diesem Buch gestört hat. Dazu muss ich Teile des Inhalts besprechen, ihr seid also hiermit vor Spoilern gewarnt.
 
Tom leidet sehr darunter, dass er wahrscheinlich keine Kinder zeugen kann. Das ist verständlich, es ist für viele Menschen ein Lebenstraum, der zerbricht. Aber Tom geht dann den Weg, dass er einen Straßenjungen (Alfie) der auch in den Fall mit der toten jungen Frau verstrickt ist, mit zu sich nach Hause holt, als er krank ist. Ohne das mit Charlotte abzusprechen. 
 
Er geht sogar soweit zu sagen, dass er möchte, dass Alfie jetzt bei ihnen wohnt und zur Schule geht, damit "etwas aus ihm wird" und das obwohl Charlotte und Alfie das nicht wollen. Zwar erkennt  er seinen Fehler im Laufe der Geschichte, aber diese ganze Alfie Thematik war so unangenehm für mich zu lesen, dass sie das Buch für mich ruiniert hat.
 
Denn Charlotte möchte nicht, dass Alfie bei ihnen wohnt und Tom tut so, als wäre sie deswegen ein schlechter Mensch. Charlotte hat sogar Gedanken in die Richtung, dass sie sicher keine gute Mutter sein kann, wenn sie Alfie nicht aufnimmt. Tom geht in mehr als einer Szene gegen Charlotte, weil er diese fixe Idee hat, dass Alfi sein Sohn werden könnte. Und ich frage mich, warum das Buch sich so heftig auf dieses Thema stürzt, anstatt einfach eine spannende Dedektivgeschichte zu sein, die uns ins okkulte viktorianische London entführt. 
 
Denn ich bin ehrlich, dieses ganze Gerede über Kinderlosigkeit, dass Charlotte ein schlechter Mensch ist, weil sie Alfie nicht helfen will und Toms Hyperfixierung, hat mich mächtig runtergezogen.  

Fazit:

Ich wollte dieses Buch mögen, denn seine Prämisse hatte alles, was ich liebe. 
Ich bin der Meinung, hätte Susanne Goga andere Protagonisten erschaffen, die sich mehr auf das Thema Okkultismus konzentrieren und weniger mit ihren privaten Dramen beschäftigt sind, dann wäre "das Geheimnis der Themse" ein hervorragender Roman geworden. 

So aber sitze ich jetzt hier und könnte einfach nur heulen. 

Danke an den Verlag für die Bereitstellung eines Leseexemplars

Bibliographische Angaben

Das Geheimnis der Themse * Susanne Goga * Diana Verlag * 441 S. * ISBN 3453360710

[Rezension] die Jägerin

Inhalt: 

Die härteste Detektivin Sydneys. 1946: 
Der Krieg ist zu Ende – auch für die Journalistin Billie Walker. Endlich kann sie nach Hause, nach Sydney zurückkehren, doch ihr Mann Jake ist in Europa verschollen, und ihr Vater ist ebenfalls tot. Zu allem Überfluss sind ihre Dienste bei den Zeitungen nicht mehr gefragt. Also eröffnet sie die Detektei ihres Vaters wieder. Ihr erster Fall: Eine Frau, die aus Deutschland stammt, sucht ihren verschwundenen Sohn. Zuletzt ist er in einem privaten Club gesehen worden und war offenbar auf der Suche nach Schmuck aus Europa. Zum Glück hat Billie den Detektiv Hank Cooper an ihrer Seite – leider hat der arme Mann sich heftig in sie verliebt. 
 

[Abbruchbericht] Das Haus in der Löwengasse

 


Inhalt

Pauline Schmitz ist Waise. Die 23-jährige ist nach dem Tod ihres Oheims ganz auf sich gestellt, 1823 keine einfache Situation für eine unverheiratete, mittellose Frau im großen Köln. Schließlich kommt Pauline im Haushalt des Textilfabrikanten Julius Reuther als Gouvernante unter. Bald entdeckt sie an dem unzugänglichen Witwer überraschende Seiten und verliebt sich rettungslos. Julius ist jedoch mit der reichen Erbin Frieda von Oppenheim verlobt. Eine Verbindung, die sein Geschäft vor dem drohenden Ruin retten soll ...

[Rezension] Saale Premium - Stürme über dem Weinschloss

 


Inhalt: 

1880. In Freyburg zwischen Saale und Unstrut wird im Kaiserreich der beste Sekt gekeltert. Aenne ist in den Weinbergen ihrer Familie aufgewachsen, sie träumt davon, sich etwas Eigenes aufzubauen. Ihr Vater erwartet viel von seiner gescheiten Tochter, auch Gehorsam. Als Aenne sich in Clemens verliebt, ahnt sie nicht, dass er zu den ärgsten Rivalen ihres Vaters gehört. Doch Aenne kann ihre große Liebe nicht aufgeben und fordert damit das Schicksal heraus

[Abbruchbericht] Haarmann

 


Inhalt: 

Im Hannover der 1920er-Jahre verschwinden Jungs, einer nach dem anderen, spurlos. Steckt ein bestialischer Massenmörder dahinter? Für Robert Lahnstein, Ermittler im Fall Haarmann, wird aus den Gerüchten bald schreckliche Gewissheit: Das Deutschland der Zwischenkriegszeit, selbst von allen guten Geistern verlassen, hat es mit einem Psychopathen zu tun. Lahnstein, der alles dafür gäbe, dass der Albtraum aufhört, weiß bald nicht mehr, was ihm mehr zu schaffen macht: das Schicksal der Vermissten; das Katz-und-Maus-Spiel mit dem mutmaßlichen Täter; die dubiosen Machenschaften seiner Kollegen bei der Polizei; oder eine Gesellschaft, die nicht mehr daran glaubt, dass die junge Weimarer Republik sie vor dem Verbrechen schützen kann.